Die Messe in Zahlen
Die 22. AMB, die Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, fand vom 15. bis 19. September 2026 in Stuttgart statt. Der Veranstalter meldet rund 65.000 Besucher aus 76 Ländern, so viele wie 2024, und 1.195 Aussteller aus 34 Ländern in allen zehn Hallen.
22 % der Besucher kamen aus dem Ausland, vor allem aus der Schweiz, Österreich, Italien, der Türkei, den Niederlanden und Frankreich. 68 % sind an Kaufentscheidungen beteiligt: Wer zur AMB fährt, hat meist ein Projekt im Kopf.
Die Stimmung: Es wird wieder investiert, mit Vorsicht
Nicht alle Aussteller erzählten dasselbe. Gühring sprach von einem für viele Unternehmen weiterhin schwierigen Umfeld; andere, etwa Römheld und Open Mind, berichteten von einer Erholung, die sich bereits in den Aufträgen zeigt. Die Botschaft des Veranstalters: Auf der Messe wurde nicht nur diskutiert, sondern auch investiert.
Drei Themen zogen sich durch das ganze Programm: Automatisierung, künstliche Intelligenz (vor allem Simulation, digitale Zwillinge und Qualitätskontrolle) und Kreislaufwirtschaft. Erstmals gab es auch ein Format zu Verteidigung und Sicherheit, gemeinsam mit dem VDMA.
Neuheiten auf der Messe
Von den Ständen der Werkzeughersteller hier die Neuheiten, die die Werkzeugausgabe am direktesten betreffen. Werte und Leistungen sind Herstellerangaben.
- Horn, System S274: neue gesinterte Spanformer zum Drehen und Abstechen auf Langdrehautomaten; die Abstechgeometrie gibt es jetzt bis 0,6 mm Breite, also weniger Stangenverlust.
- WhizCut: Abstechplatten mit zwei Schneiden (WhizTwin), eine neue Reihe zum Einstechen und Drehen und modulare Halter WhizFix 2.0 für kürzere Rüstzeiten.
- Kyocera Unimerco, Bohr-Reibahle: bohrt und reibt in einem Durchgang, mit H7-Bohrungen in ausgewählten Stählen und Gusseisen. Ein Werkzeug statt zwei.
- Kyocera Unimerco, KGX: ein Plattensystem für Außen-, Innen- und Axialeinstiche sowie zum Abstechen.
- SPK Cutting Tools (CeramTec): Platten und Fräser aus SiAlON-Keramik und CBN für Superlegierungen und gehärtete Stähle sowie ein Keramikträger für CBN-Platten ohne Wolfram und Kobalt.
- Ceratizit: EcoPeel, ein Schälsystem mit einem Plattentyp für Schruppen und Schlichten; ToolSelect, das Werkzeuge aus dem 3D-Modell des Teils vorschlägt; und der Rückkauf von Hartmetallschrott zum Recycling.
- Zoller: intelligente Schränke, die erfassen, wer was entnimmt, Voreinstellen und Schrumpfen in einer Maschine (redomatic 600) und wearCheck, eine KI-Funktion, die den Verschleiß bewertet und den Werkzeugwechsel planen hilft.
- Kyocera Unimerco, CC945: Werkzeugverwaltung mit Ausgabeautomat, damit immer klar ist, was im Lager ist und was fehlt.
In derselben Woche stellte Kennametal in Chicago KAF82 vor, ein Hartmetall für den 3D-Druck: Werkzeuge zur Bohrungsbearbeitung mit inneren Kühlkanälen, die sich nicht sintern lassen, Entwicklung in Wochen statt Monaten und weniger Wolfram pro Teil. Zwei große Autohersteller nutzen es bereits; das Pulver wird jedoch nicht verkauft.
Was das für die Werkzeugausgabe heißt
Zwei rote Fäden ziehen sich durch fast alle Neuheiten: weniger Wolfram, das in den letzten zwei Jahren teuer und schwer zu beschaffen geworden ist, und immer wissen, wo die Werkzeuge sind.
- Bei der Werkzeugwahl lohnt sich der Blick auf Keramik und CBN, vor allem bei Superlegierungen und gehärteten Stählen, und auf Werkzeuge, die zwei Bearbeitungen in einer erledigen.
- Gebrauchtes Hartmetall ist weiterhin viel wert: getrennt sammeln und nach Gewicht verkaufen bleibt eine der einfachsten Einnahmen einer Werkzeugausgabe.
- Intelligente Schränke und Ausgabeautomaten sind nicht mehr nur etwas für Großbetriebe: Ausgangspunkt bleibt eine saubere Werkzeugnummerierung ohne Dubletten.
Die nächste AMB findet 2028 statt, wieder in Stuttgart.